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OUT OF AREA

Rodeo Baustelle Utopia 10. / 20. / 29. / Mai 2020

Die erste Theater-Eigen­pro­duktion der Kultur­bühne Spagat OUT OF AREAüber die Möglichkeit einer unmög­lichen Begegnung konnte in der ersten Spiel­phase im Oktober 2019 sowie in der Wieder­auf­nahme im Januar 2020 viele Zuschauer in seinen Bann ziehen. Das durch die Stadt München und den Bezirk Oberbayern geför­derte Theater­projekt in der Regie von Ulf Goerke wurde außerdem in die Selektion des Münchner Tanz- und Theater­fes­tivals RODEO BAUSTELLE UTOPIA 2020 aufge­nommen.

Realität und Fiktion – Theater und Dokumen­tation. Ein ehema­liger Soldat mit Spezi­al­einsatz in Afgha­nistan und ein afgha­ni­scher Zahnarzt begegnen sich in dem Theater­projekt OUT OF AREA bei einem Spiel aus Wirklichkeit und Geschichte. Beide arbeiten mittler­weile in Deutsch­land als Schau­spieler, in Afgha­nistan hätten sie sich nie getroffen.

Diese zwei Menschen mit ihren außer­ge­wöhn­lichen Biografien treten sich auf der Bühne gegenüber. Es kommt zu einer Art Vexier­spiel: Fremdes und Gemein­sames, Meinungen und Haltungen werden sichtbar und hinter­fragt. Aus zwei ganz unter­schied­lichen Lebens­welten werden so gesell­schaft­liche und politische Struk­turen deutlich – ohne den Anspruch auf verall­ge­mei­nernde Wahrheiten.

RODEO BAUSTELLE UTOPIA

Termine: 10. Mai 2020 // 20. Mai 2020 // 29. Mai 2020
www.rodeomuenchen.de

MITWIR­KENDE

Regie Ulf Goerke // Spieler Pouya Raufyan, Manuel Nawrot // Text Olivier Garofalo & Ensemble // Musik Felix Leuschner // Drama­turgie Martina Missel // Regie­as­sistenz Antonia Lunemann //

In Koope­ration mit anstart.org. Eine Produktion der Kultur­bühne Spagat, gefördert durch das Kultur­re­ferat der Landes­haupt­stadt München und den Bezirk Oberbayern.

Bilder­ga­lerie

Biografien

Manuel Nawrot, Schau­spiel
Manuel Nawrot, geboren 1992, ist ehema­liger Soldat mit Spezi­al­einsatz in Afgha­nistan. Er hat eine Ausbildung zum Kinder­pfleger erhalten und wurde anschließend zum Soldaten für spezielle Opera­tionen (Division Schnelle Kräfte) ausge­bildet. Nawrot war daraufhin einer der jüngsten Soldaten mit Kampf­einsatz in Afgha­nistan. Im Anschluss an seinen Einsatz absol­vierte er seine Schau­spiel­ausbildung, die er 2019 an der Schau­spiel­schule Zerboni in München abschloss. Er spielt u.a. am Zentral­theater München, im Belacqua Theater Wasserburg und ist in verschie­denen Fernseh­serien zu sehen.

Pouya Raufyan, Schau­spiel
Pouya Raufyan wurde 1983 in Herat, Afgha­nistan geboren und lebt seit 2011 in Deutschland. Er ist ausge­bil­deter Zahnarzt, hat sich aber in Deutschland seit 2013 als Schau­spieler u.a. an der Schauburg in München und am Theater Augsburg einen Namen gemacht. Seine Flucht­ge­schichte und die zwischen­zeit­liche Abschiebung nach Kabul hatte Anfang 2017 ein großes mediales Echo hervor­ge­rufen. Im März 2017 konnte er dank seiner künst­le­ri­schen Tätigkeit legal nach Deutschland zurück­kehren. Der Harmo­ni­um­spieler und politische Lieder­macher spielt regel­mäßige Konzerte, 2019 u.a. im Huber­tussaal oder Schloss Nymphenburg.

Ulf Goerke, Regie
Ulf Goerke war mehrere Jahre als Schau­spieler tätig, bevor er das Regie­studium an der Hochschule Ernst Busch in Berlin begann. Nach dem Vordiplom wechselte er an die Bayerische Theater­aka­demie in München und schloss 2005 das Studium mit Diplom für Sprech- und Musik­theater ab. Seitdem ist er als freier Regisseur tätig und arbeitet u.a. an Theatern in Augsburg, Braun­schweig, Düsseldorf, Ulm, Regensburg und Tübingen. Ulf Goerke ist Mitbe­gründer der Gruppe anstart.org. Seine Insze­nie­rungen wurden im Rahmen der Körber­stiftung Junge Regie an das Thalia Theater nach Hamburg, zu den Theater­tagen Brandenburg/Sachsen Anhalt, den Bayeri­schen Theater­tagen und dem Kaltstart Festival Hamburg einge­laden. Neben seiner Regie­tä­tigkeit ist Goerke als Dozent für Schau­spiel und Regie tätig, u.a. an der Otto-Falkenberg-Schule und der Schau­spiel­schule Zerboni.

Olivier Garofalo, Text
Olivier Garofalo schloss sein Studium an den Univer­si­täten Luxemburg, Köln und Trier mit dem Master of Arts ab. Im Anschluss arbeitete er als Dramaturg an der Badischen Landes­bühne Bruchsal und am ETA Hoffmann Theater Bamberg. Seit 2019/20 ist er als Dramaturg und Drama­tiker am Rheini­schen Landes­theater Neuss engagiert. Für die Bühne schreibt er seit 2005, Stücke und Roman­ad­ap­tionen von ihm wurden u.a. an der Badischen Landes­bühne, am ETA Hoffmann Theater, am Kasemat­ten­theater Luxemburg, am Grand Théâtre Luxem­bourg, am Forum Theater Stuttgart, am Theater Trier sowie am Natio­nal­theater Luxemburg urauf­ge­führt. Kurzge­schichten und Essays wurden in Wien, Luxemburg und Bamberg veröf­fent­licht. Als Drama­tiker wird er durch den Felix Bloch Erben Verlag vertreten.

Felix Leuschner, Musik
Felix Leuschner studierte Kompo­sition an den Hochschulen für Musik und Theater in München und Hamburg und klassi­sches Schlagzeug an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Yves Kleins Kunst hat großen Einfluss auf Leuschners Musik und findet sich im Umgang mit monochromen Klang­flächen wieder. Weiterer Bestandteil seiner Kompo­si­tionen ist die Archi­tektur der Auffüh­rungsorte. Durch Nutzung vorhan­dener akusti­scher Gegeben­heiten erreicht er ein an den Auffüh­rungsort indivi­duell angepasstes Klangbild. Seine Kompo­si­tionen schließen ebenso akustische wie elektro­nische Klänge ein. Seine Arbeiten wurden im Rahmen der 11. Münchner Biennale und an der Bayeri­schen Staatsoper aufge­führt, er erhielt Aufträge u.a. vom Siemens Arts Programm, dem Bayeri­schen Staats­schauspiel und dem Staats­theater Braun­schweig.

Kulturbühne Spagat im HORIZONT- Haus Domag­kpark
Kultu­relle Inspi­ration und kreative Teilhabe: Mit der Kulturbühne Spagat entstand im Münchner Norden eine neue Spielstätte, die dem Publikum ein Programm aus Theater, Musik, Lesungen, Filmen und Diskus­sionen bietet. Die sozio­kul­tu­relle Bühne ist Teil des Wohn- und Kultur­pro­jekts HORIZONT- Haus im Domag­kpark von HORIZONT eV – Verein für wohnungslose Kinder und Mütter der Schau­spie­lerin Jutta Speidel. Ein reges Mitein­ander, bei dem verschiedene Kulturen und Genera­tionen ihren Ausdruck finden. Es geht um Verknüp­fungen und parti­zi­pative Angebote. Die Vorstel­lungen, Workshops und Projekte sind ein Spiegel unserer sich wandelnden Gesell­schaft. Sie wollen unter­halten und zugleich einge­fahrene Denkmuster durch­brechen. Wichtige Stich­worte sind Vielfalt – Inter­kul­tu­relles – Integration – Gleich­be­rech­tigung – Mitein­ander.

anstart.org
Das Theater­kol­lektiv entwi­ckelt und schreibt Projekte und Stücke, deren Inhalte aus einer Beschäf­tigung mit relevanten gesell­schaft­lichen, politi­schen und sozialen Themen entstehen und die versuchen, Zeitge­schehen reflek­tiert auf der Bühne verdichtet darzu­stellen.